News  

MINT-Lücke auf Rekordhoch

In Deutschland fehlen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik so viele Arbeitskräfte wie noch nie, wie aus dem MINT-Frühjahrsreport 2018 des Instituts der deutschen Wirtschaft hervorgeht. Vor allem an nicht akademischen Fachkräften mangelt es. Um die Lücke zu verkleinern, sollten mehr Fachkräfte aus dem Ausland gewonnen und mehr Flüchtlinge ausgebildet werden.

Für die Innovationsstärke Deutschlands in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaftswelt spielen MINT-Arbeitskräfte eine zentrale Rolle. Von den mehr als 1,34 Millionen Menschen, die 2015 in Forschungsabteilungen arbeiteten, hatten 83 Prozent eine MINT-Qualifikation. Unter anderem setzt die Metall- und Elektro-Industrie, die 2016 mit Investitionen von 97,5 Milliarden Euro für mehr als 60 Prozent der Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland verantwortlich war, seit jeher auf gut ausgebildete MINT-Kräfte.

Die MINT-Lücke ist weiter gewachsen – im Vergleich zum April 2017 um 77.300. Sie hat sich auch strukturell verändert: Fehlten vor einigen Jahren vor allem MINT-Akademiker, mangelt es heute insbesondere an Facharbeitern, Meistern und Technikern. Bei zwei von drei fehlenden Kräften sind diese Qualifikationen aktuell gefragt. Außerdem gibt es thematisch eine deutliche Verschiebung in Richtung IT-Sektor. Während im April 2014 rund 16.000 IT-Experten – in der Regel Akademiker – benötigt wurden, sind es heute 39.600, also mehr als doppelt so viele.