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1. Community Call der MINT-Akteure

Austausch zu den Umfrageergebnissen und der Situation in den Netzwerken

Wie ist es in Zeiten von Corona um die MINT-Netzwerke bestellt? Welche Angebote können (wieder) durchgeführt werden? Und welche Wege in der Corona-Pandemie haben sich bewährt? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt des 1. Community Calls der MINT-Regionen am 1. Dezember 2020. Über 30 Netzwerker/innen und Akteur/innen aus dem Bundesgebiet äußerten sich recht optimistisch zur aktuellen Arbeitsplatzsituation – das spiegeln auch die Ergebnisse unserer Umfragen aus dem September 2020 wider. Angebote wurden teilweise in den digitalen Raum verlegt, vorhandene Probleme durch die Corona-Pandemie aber auch sichtbarer. Generell herrscht Einigkeit, dass außerschulische MINT-Bildung mehr gefördert werden muss.  

Auch wenn MINT-begeisterte Schüler/innen in der aktuellen Situation erreicht werden könnten, dürfe die Bildungsschere nicht weiter aufgehen und die Vielfalt der Angebote und Teilnehmenden müsse wiederhergestellt werden. Aus der Runde wurde berichtet, dass Online-Angebote bei vorzeitigem Ferienbeginn in NRW gut angenommen würden und dass über die Schulaufsicht ein Verteiler für Grundschulen erstellt worden sei. Andere Netzwerke verwiesen auf die MINT-Beauftragten an weiterführenden Schulen.

Während der Arbeit in Kleingruppen kam auch das Thema Berufsorientierung zur Sprache: Gerade die Zusammenarbeit mit Unternehmen gestalte sich aufgrund der Corona-Regeln als schwierig, beispielsweise für Berufspraktika konnte die Community bisher noch keine zufriedenstellenden Alternativangebote finden. Um Schülerinnen und Schüler hier nicht orientierungslos zurückzulassen, wird ein Austausch über Erfahrungswerte angestrebt. Da in der Berufsorientierung Praxisteile aktuell nicht bei den Unternehmen durchgeführt werden, könnten bestimmte Ausbildungsteile wie CNC-Programmierung oder Smart Home-Elemente auch virtuell vermittelt werden. Der Nachwuchsbedarf in den Unternehmen sei vorhanden, aber aktuell seien Schulen und somit Schülerinnen und Schüler jedoch nicht zugänglich.

Weitere Aspekte aus den Kleingruppen:

Zur personellen und finanziellen Situation der Netzwerkarbeit
Als sehr heterogen beschreibt die Community die personelle und finanzielle Situation der Netzwerkarbeit. Aufgrund des eingeschränkten Schulbetriebs und der allgemeinen Kontaktbeschränkungen ist die Arbeit der außerschulischen MINT-Akteure stark beschränkt. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Situation jedoch auch, dass MINT auch nach der Pandemie nicht von der Bildfläche verschwinden wird: Anmeldungen für zukünftige (digitale) Angebote gehen ein, obwohl zwischenzeitlich eine gewisse „digitale Müdigkeit“ zu bemerken war.
 
Zum Digitalisierungsschub
Digitalisierung wird insgesamt als Chance gesehen, es haben sich neue Lernformate in der Krise bewährt. So gibt es hybride Formate, bei denen Bausätze an die Schüler/innen nach Hause geschickt und Aufgaben online durch Videotutorials oder Sprechstunden begleitet werden. Im Blended Learning-Format werden Angebote virtuell im Vorfeld vorbereitet und Praxisaufgaben in Präsenz bearbeitet. Jüngere Kinder, die auf die Unterstützung der Eltern bei Online-Angeboten angewiesen sind, dürften nicht aus dem Blick geraten.

Zur strukturellen Situation und Herausforderungen für Akteur/innen

Die Situation der MINT-Akteur/innen wird aus Sicht der Netzwerke als durchwachsen eingeschätzt. Es wird vermutet, dass durch den aktuellen zweiten Lockdown wieder vermehrt an Konzepten gearbeitet wird, um nach dem „Winterschlaf“ mit neuen Ideen und Angeboten durchzustarten. In den letzten Monaten wurde außerdem deutlich, dass etablierte, gut eingespielte Strukturen das Zusammenspiel der Akteur/innen in den einzelnen Regionen stark prägt. Während erfahrene Netzwerke es schaffen, weiterhin guten Kontakt innerhalb des Netzwerks und insbesondere auch zu Schulen zu halten, gestaltet sich dies für junge Netzwerke häufig schwieriger.

Die Teilnehmer/innen waren sich einig, wie wichtig der Erfahrungsaustausch der Netzwerke ist. Außerdem wurde angeregt, gemeinsam aktuelle Themen zu bearbeiten mit dem gesammelten Know-how und den Erfahrungen vor Ort. Auch könnten Angebote über eine gemeinsame Plattform sichtbar gemacht und Plätze auch über das einzelne Netzwerk hinaus vergeben werden. Die Stränge MINT, BNE und Digitale Bildung könnten noch mehr verwoben werden.

Auch für das nächste Jahr haben sich viele Anknüpfungspunkte für die MINT-Netzwerke ergeben – wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!