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Länderindikator 2017: Digitale Medien in den MINT-Fächern

Befragung zeigt: Kaum Fortschritte in schulischen Rahmenbedingungen – Nutzung digitaler Möglichkeiten nimmt nur langsam zu – Lehrkräfte werten eigene Kompetenzen weiterhin positiv – MINT-Fächer nehmen keine Vorreiterrolle ein

Die Lehrkräfte in Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz bewerten das eigene Lehren und Lernen mit digitalen Medien deutlich besser als ihre Kollegen in den übrigen 13 Bundesländern. Das ist eines der Ergebnisse von „Schule digital – Der Länderindikator 2017“. Die Untersuchung, die am Institut für Schulentwicklungsforschung der Technischen Universität Dortmund im Auftrag der Deutsche Telekom Stiftung 2017 zum dritten und vorerst letzten Mal erstellt wurde, liefert bundesländerbezogene Informationen zur aktuellen Situation der digitalen Bildung in Deutschland. Hessen und Rheinland-Pfalz liegen wie im Vorjahr in der oberen Gruppe des Ländervergleichs. Hinzugekommen ist hier Bayern. Die untere Gruppe setzt sich zusammen aus Schleswig-Holstein, Berlin, Sachsen und dem Saarland. Alle übrigen Länder sind in der Mittelgruppe. Basis der Studie ist eine repräsentative Befragung von rund 1.200 Lehrkräften weiterführender Schulen.

Der Schwerpunkt des dritten und vorerst letzten Länderindikators lag auf den MINT-Fächern. Das Ergebnis: Zwar nutzen mehr MINT-Lehrkräfte digitale Medien regelmäßig im Unterricht (57 Prozent gegenüber knapp 47 Prozent der übrigen Lehrkräfte), doch insgesamt gibt es nur wenige Unterschiede zu den Kollegen anderer Fächer. Das Potenzial digitaler Medien, das gerade hier sehr groß ist, wird leider nicht annähernd ausgeschöpft.  

Weitere Ergebnisse: Immer mehr Lehrkräfte (2017: 57 Prozent | 2016: 51 Prozent | 2015: 46 Prozent) können sich nach eigenen Angaben an ihrer Schule auf ein Medienkonzept stützen. Auch schätzen sie ihre Fähigkeiten, Unterricht mit digitalen Medien zu gestalten, weiterhin positiv ein (2017: 73 Prozent | 2016: 76 Prozent). Rund 60 Prozent der Befragten – und damit mehr als im Vorjahr (55 Prozent) – geben an, grundlegende Kompetenzen bei ihren Schülern wie das Navigieren im Internet zu fördern. Dagegen prüfen immer weniger Lehrkräfte, ob die Schüler online ermittelte Informationen auch in ihrer Glaubwürdigkeit einschätzen können (2017: 70 Prozent | 2015: 80 Prozent). Nur wenige Lehrkräfte (14 Prozent), egal welchen Fachs, sehen das Potenzial, das digitale Medien für den Aufbau und das Vertiefen von Fachwissen haben.